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Bünyamin Sarikaya

Geschäftsführer Nessy GmbH

BS

5 Spiele, die Kinder spielerisch ans Schwimmen heranführen

1. Schatzjäger auf Schatzsuche

Fördert: Tauchen, Atemtechnik, Selbstvertrauen

Verstecke bunte Ringe oder kleine Badespielzeuge auf dem Beckenboden. Dein Kind wird zum Schatzjäger und taucht nach den „Schätzen“. Für Anfänger kannst du die Schätze im flachen Wasser platzieren, für Fortgeschrittene auch in tieferen Bereichen, oder weiter voneinander entfernt. So wird Tauchen spielerisch erlernt. 

2. Raketenstart

Fördert: Gleiten, Körperspannung, Wassergefühl

Dein Kind hält sich am Beckenrand fest, stößt sich kräftig ab und gleitet wie eine Rakete durchs Wasser. Die Arme sind gestreckt, die Körperspannung ist wichtig. Wer gleitet am weitesten? Dieses Spiel fördert das Gleiten und das Gefühl für das Wasser. 

3. Pinguin-Parade

Fördert: Beinschlag, Gleichgewicht, Kraultechnik

Im flachen Wasser läuft dein Kind wie ein Pinguin – mit gestreckten Beinen und ohne den Boden zu berühren. Später kann es sich mit einer Schwimmhilfe in Bauchlage legen und die Pinguin-Beine ausführen. So wird der Kraulbeinschlag spielerisch geübt.

4. Wasserball-Express

Fördert: Koordination, Armbewegungen, Teamgeist

Eltern und Kind starten gemeinsam an einer Seite des Beckens. Der Wasserball wird zwischen sie gelegt, und beide positionieren sich so, dass sie den Ball sehen und gut erreichen können. Ziel ist es, den Ball auf die andere Seite des Beckens zu bringen, ohne ihn mit den Händen zu berühren. Stattdessen darf der Ball nur mit der Stirn, der Brust oder sanften Kopfstößen geschoben werden.

Auch bei Unsicherheit im Schwimmkurs kannst du dein Kind begleiten, indem du seine Sorgen ernst nimmst und kleine Fortschritte ohne Vergleich mit anderen würdigst.

 5. Der unsichtbare Tunnel

Fördert: Tauchen, Orientierung unter Wasser, Vertrauen

Du stellst dich mit gespreizten Beinen ins Wasser, dein Kind taucht durch. Anfangs mit offenen Augen, später auch mit geschlossenen Augen. Dieses Spiel stärkt das Vertrauen ins Wasser und fördert die Tauchfähigkeit. 

Wenn dein Kind zögert, beginne bei der spielerischen Wassergewöhnung mit vertrauten Handgriffen wie dem Waschen des Gesichts statt gleich mit dem Untertauchen.

 

So wählst du ein Spiel passend zum Lernstand

Die fünf Spielideen sind keine Reihenfolge, die dein Kind vollständig absolvieren muss. Entscheidend ist, welche Voraussetzungen es bereits mitbringt: Steht es im gewählten Bereich stabil, versteht es eine kurze Aufgabe und kann es dir zeigen, dass es aufhören möchte? Für Babys sind diese selbstständig ausgeführten Aufgaben nicht geeignet. Auch bei älteren Kindern entscheidet die tatsächliche Erfahrung mit Wasser, nicht der Vergleich mit Gleichaltrigen.

Vor dem Spielen: Platz, Aufsicht und Abbruch klären

Wähle einen übersichtlichen Bereich, in dem dein Kind sicher stehen kann. Bleib als aufsichtführende Person unmittelbar bei ihm und lass dich nicht vom Handy oder anderen Gesprächen ablenken. Prüfe, ob andere Badegäste euren Bewegungsraum kreuzen. Vereinbart ein einfaches Stoppsignal und zeigt euch, wo ihr das Wasser gemeinsam verlassen könnt. Schwimmhilfen verändern diese Aufsichtsaufgabe nicht.

Eine kurze Spielrunde vorbereiten

  1. Lass dein Kind eine vertraute Aufgabe auswählen. Beschreibe nur den nächsten Schritt, statt mehrere Bewegungen gleichzeitig zu erklären.
  2. Zeige die Bewegung langsam und gut sichtbar. Dein Kind darf zunächst beobachten; daraus entsteht keine Verpflichtung zum Nachmachen.
  3. Lass einen freiwilligen Versuch zu und beobachte, ob dein Kind die Aufgabe verstanden hat. Unterstütze es nur so, wie ihr es vorher abgesprochen habt.
  4. Frage anschließend, ob es dasselbe noch einmal versuchen, etwas vereinfachen oder aufhören möchte. Eine gelungene Runde braucht weder eine bestimmte Strecke noch einen Sieger.

Zusätzliche Vorbereitung: Wasserwiderstand entdecken

Für Kinder, die selbstständig sicher stehen können, eignet sich eine ruhige Wahrnehmungsaufgabe: Dein Kind bewegt die Hände unter der Oberfläche langsam vor und zurück, während der Kopf über Wasser bleibt. Anschließend dreht es eine Hand seitlich und vergleicht, wie sich die Bewegung anfühlt. Du machst daneben mit und lässt dein Kind beschreiben oder zeigen, was es bemerkt. Dabei geht es ums Spüren, nicht um einen möglichst kräftigen Armschlag. Die Füße behalten Bodenkontakt.

Als zweite Vorbereitung könnt ihr Orientierung üben: Dein Kind zeigt vom sicheren Stand aus auf den vereinbarten Ausstieg und auf dich. Danach dreht es sich langsam zu dir, ohne loszulaufen. Bleib dabei in unmittelbarer Reichweite. Diese kleine Aufgabe verbindet eine Bewegung mit dem Wiederfinden eines vertrauten Bezugspunkts, ohne Tauchen oder Schwimmen vorauszusetzen.

Diese Steigerungen sind keine gute Abkürzung

  • Mehr Tiefe ist nicht automatisch der nächste Lernschritt. Verändere lieber zunächst die Erklärung oder wiederhole eine vertraute Bewegung im gleichen sicheren Bereich.
  • Verzichte auf Wettbewerbe im Luftanhalten oder möglichst langen Untertauchen. Auch geschlossene Augen sind für Anfänger keine notwendige Steigerung.
  • Nutze keine engen Durchgänge als Mutprobe. Ein Kind muss jederzeit selbstbestimmt abbrechen können, ohne festgehalten oder weitergeschoben zu werden.
  • Korrigiere nicht jede Bewegung während des Spiels. Besprich technische Fragen mit der Lehrkraft, statt aus jeder Runde eine Prüfung zu machen.

Beende das Spielen bei Müdigkeit, Frieren oder nachlassender Aufmerksamkeit. Für den nächsten Besuch kannst du dir merken, welche Aufgabe freiwillig gewählt wurde und wobei Unterstützung nötig war. Das beschreibt den Lernstand hilfreicher als ein Vergleich von Weiten oder Wiederholungen.

Vom Wasserspiel zum Kursstart

Gemeinsame Wasserspiele geben deinem Kind Gelegenheit, das Wasser ohne Leistungsdruck kennenzulernen. In der Wassergewöhnung sammeln Kinder gemeinsam mit ihren Eltern erste Erfahrungen im Wasser, begleitet von einem Trainer. Jetzt gemeinsam die Wassergewöhnung beginnen.

Häufig gestellte Fragen

Bünyamin Sarikaya

Geschäftsführer Nessy GmbH

Experte für Schwimmunterricht

Veröffentlicht: 11.08.2025

Zuletzt bearbeitet: 18.10.2026

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