Geschrieben von:

Julia Hahn

Schwimmlehrerin bei der Schwimmschule Nessy

Ich gebe seit mehr als 4 Jahren Baby und Kinderschwimmkurse und durfte schon viele Kinder auf ihrem Weg beim Schwimmenlernen begleiten.

Veröffentlicht: 27.11.2025

Zuletzt bearbeitet: 03.02.2026

JH

Was ist Wassergewöhnung und warum ist sie so wichtig für dein Kind?

Bevor Kinder Schwimmen lernen, ist es wichtig, dass sie sich im Wasser wohlfühlen. Diese Phase nennt man Wassergewöhnung. Sie bildet das Fundament für alle späteren Schwimmtechniken, reduziert Ängste und fördert Selbstvertrauen. Kinder, die früh positive Erfahrungen im Wasser machen, lernen leichter und sicherer schwimmen.


Was bedeutet Wassergewöhnung?

Wassergewöhnung ist mehr als nur Planschen. Es geht darum, Kinder mit dem Wasser vertraut zu machen, ihre Bewegungen im Wasser zu koordinieren und das Atmen unter Wasser zu üben.

Typische Elemente der Wassergewöhnung sind:

  • Gleiten auf Bauch oder Rücken

  • Tauchen und Untertauchen von Spielgegenständen

  • Springen vom Beckenrand in flaches Wasser

  • Blasen ins Wasser ausstoßen oder Wasser in Händen halten

Diese Übungen fördern Sicherheitsgefühl, Gleichgewicht und Vertrauen, bevor komplexe Schwimmtechniken wie Brust- oder Kraulschwimmen eingeführt werden. Wie Kinder an das Wasser gewöhnt werden ist sehr unterschiedlich, so kann ein Kind was nur wenige Male im Schwimmbad war bereits an das Wasser gewöhnt sein, wenn motorische Fertigkeit schon ausgebildet sind und keine Angst vor dem Wasser besteht. Genauso kann ein Kind was Angst vor dem Wasser oder dem Tauchen hat, selbst nach mehrfachen Besuchen noch nicht wassergewöhnt sein.


Warum ist Wassergewöhnung so wichtig?

1. Angst abbauen

Viele Kinder haben anfangs Respekt vor Wasser. Wassergewöhnung hilft, diese Angst spielerisch zu überwinden. Wenn Kinder positive Erfahrungen sammeln, gehen sie entspannter an die Schwimmtechniken heran.

2. Grundlage für Technik

Grundfertigkeiten wie Gleiten, Arm- und Beinschlag oder rhythmische Atmung werden bereits in der Wassergewöhnung spielerisch eingeführt. Kinder sind danach bereit, Schwimmarten effizient zu erlernen.

3. Sicherheit im Wasser

Kinder, die früh ans Wasser gewöhnt werden, wissen instinktiv, wie sie sich bewegen und orientieren können. Das reduziert Unfallrisiken und erhöht die Selbstsicherheit.

4. Spaß und Motivation

Wassergewöhnung ist spielerisch gestaltet – Tauchen nach Ringen, kleine Wettkämpfe oder „Fische fangen“ motivieren Kinder und verbinden Lernen mit Spaß. Positive Erlebnisse fördern Motivation und langfristige Freude am Schwimmen.

Auch für Schwimmkurse in der Schule oder bei uns ist Wassergewöhnung wichtig, so kann ein Kind was bereits an das Wasser gewöhnt ist problemlos bei Kursen mitmachen, ein Kind was noch Angst hat könnte aber vielleicht Probleme mit dem Niveau der anderen Kinder mitzuhalten. 


Tipps für Eltern zur Wassergewöhnung

  • Beginne früh: schon im Planschbecken oder in der Badewanne

  • Kurze, spielerische Einheiten sind effektiver als lange Sessions

  • Immer aufmerksam bleiben und Kinder nie unbeaufsichtigt lassen

  • Positive Verstärkung und Lob helfen, Vertrauen aufzubauen

  • Spiele und Aufgaben kreativ variieren, um Neugier zu fördern


Fazit

Wassergewöhnung ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zum Schwimmenlernen. Sie gibt Kindern Sicherheit, fördert Koordination und macht das Wasser zu einem Ort der Freude. Kinder, die diese Grundlagen beherrschen, lernen später Techniken wie Kraul, Brust oder Rückenschwimmen leichter und sicherer.